Und was ist gegen ein Placebo einzuwenden, wenn es hilft, womöglich noch ohne Nebenwirkungen?
Wenn esoterische Heilmethoden durch den Placeboeffekt wirken, dann hat das eine Ziemlich gewaltige Nebenwirkung, nämlich die, dass viele Menschen glauben, dieser esoterische Hokuspokus würde funktionieren.
Genau das ist der entscheidende Punkt. Ist man einmal von einer realen Wirksamkeit der "Alternativmedizin" subjektiv überzeugt, gibt es ja auch nicht wirklich einen logischen Grund, warum man sie bei ernsthaften Erkrankungen nicht auch anwenden soll. Das mögen Patienten und Ärzte trennen wollen, wie das in der Realität funktioniert, wo man wie eine Grenze ziehen will, ist völlig unklar und auch nicht sinnvoll zu beantworten. Wenn man sich eingehender mit den erwähnten Rath und vor allem Hamer beschäftigt, wird man dies auch nicht mehr ernsthaft behaupten können. Unter den Hameranhängern gibt es de facto keinen, der nicht auch Homöopathie, Hulda Clark, Kinesiologie und weiteren Unsinn für sinnvoll hält oder anwendet. Dies ist in dem Fall besonders paradox, weil der eigentliche Guru Hamer das alles vehement ablehnt. In
allen anderen Punkten wird ihm quasi vorbehaltlos geglaubt, vor allem bei dem, was er über die "Schulmedizin" behauptet, nur in dieser Frage ignorieren seine Anhänger ihn und das zeigt sehr deutlich, wie es sich auswirken kann, wenn man einmal anfängt, bestimmten Therapien eine Sonderstatus zu geben, bei dem sie keine rational belegbaren Effekte vorweisen müssen.