ich argumentiere nicht, ich benenne Tatsachen.
Das ist keine Tatsache, sondern ein fachlich recht einfach widerlegbares Argument. Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass heute die "Umwelt" (was man da auch immer dazu zählen will) stärker belastet wäre als in den Zeiten, mit denen üblicherweise verglichen wird. Sicherlich ist es so, dass es da Ausnahmen gibt - die Stadt Fürth in Bayern war von 1850 bis 1900 eine Hochburg der Quecksilberverseuchung durch die dortige Spiegelindustrie - das oberschlesische Industriegebiet war bis ca. 1981 hoch belastet mit teilweise krebserregenden (dazu weiter unten noch mehr) Schadstoffen, ich kenne von dort aus eigener Erfahrung selber noch die Situation, dass die Schulkinder am frühen Morgen in Gliwice/Gleiwitz mit einem nassen Tuch vor dem Mund rumgelaufen sind, um die beißenden Dämpfe der naheliegenden Kohleveredelung nicht so arg abzubekommen.
Was ich - als Beamter des technischen Umweltschutzes - in den letzten 20 Jahren (also seit ich da dabei bin) mitbekomme, ist, dass - obwohl die Nachweisgrenzen der Verfahren immer niedriger werden, die traditionellen Schadstoffe immer häufiger eben in den Nachweisgrenzen "verschwinden" und somit nicht mehr nachweisbar sind. Auch da gibt es Ausnahmen und paradoxe Abläufe - am Bekanntesten ist die Zunahme von lungengängigem Feinstaub, verursacht durch den Wegfall des Grobrußes. Offenbar hat sich der Feinstaub vorher an den größeren Dreckbatzen angelagert...
Zitat:
nach Paracelsus: es gibt nichts, das ohne Gift ist. Allein die Dosis macht, ob etwas giftig wirkt oder nicht.
Damit täuschte sich Paracelsus - bzw. er kannte zu seiner Zeit weder radioaktive noch krebserregende Schadstoffe und die entsprechenden Schadmechanismen. Da gilt das nämlich nicht: Der Schaden ist immer der gleiche mit gleichem Umfang, egal, ob der Stoff hoch oder niedrig konzentriert ist. Nur die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken, ist verändert (und zwar bisher unwiderlegt im Zusammenhang, dass bei steigender Konzentration auch die Schadwahrscheinlichkeit steigt). Und wenn man bedenkt, dass heute ca. 30% aller wesentlichen Schadstoffe in die Gruppe "cancerogen" gehören, spielt das durchaus eine wichtige Rolle.
Ich denke auch, dass man die Definition von "Gift" heute anders ansieht als zu Zeiten von Paracelsus.
Nochmals zurück zu den Umweltgiften: Sehr viel von dem Zeugs, was heute rumschwirrt, ist ein abklingendes Relikt aus der Hochzeit der Chemie- und Schwerindustrie (die in den Neuen Ländern bis 1990 die Umwelt versaut haben). Das wird immer weniger, der Katzendreckgestank im Bereich Marktredwitz-Hof ist weg, die regelmäßigen Hustanfälle in der Gegend im Lichtenberg sind auch weg, seit die ZPR-Papierfabrik in Blankenstein modernisierte Technik hat. Das gilt für ganz Westeuropa und für die USA und Kanada.
Die "Belastung" (falls es eine solche überhaupt geben sollte) mit elektromagnetischen Wellen ist in Deutschland auch auf Bruchteile der Belastungen vor 1990 zurückgegangen, seit die großen Mittelwellensender wie z.B. Mühlacker eingestellt wurden. Auch wenn man die (für mich fachlich nicht nachvollziehbare) Unterscheidung zwischen Dauerstrahlung und gepulster Strahlung macht - auch letztere hat stark (ca. 80%) abgenommen, seit die Fernsehsender (wie z.B. Ismaning, Dillberg, ...) verringert wurden.
Die stärkere UV-Strahlung ist Fakt - aber nicht in Mitteleuropa. Da muss man nach Australien gehen, dort ist es extrem gravierend (deswegen ist dort auch der jährliche Hautscan auf Melanome absolut Standard - wenn was auftaucht, wird es weggeschnippelt).
Nein. Du benennst keine Tatsachen, sondern argumentierst sehr widersprüchlich.