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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 00:32 
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Marcellinus hat geschrieben:
GermanHeretic hat geschrieben:
die Stellung der Menschen, der Götter und der Welt untereinander dieselbe.
Nämlich?

Nun, zunächst sind Götter wie Menschen Teil der Welt. Was die beziehung der Götter zu den Menschen angeht - das ist von Religion zu Religion verschieden. In der germanischen Götterwelt sitzen beide in einem Boot, bilden hochtrabend ausgedrückt eine Schicksalsgemeinschaft und erwehren sich gemeinsam denselben Bedrohungen (Riesen, Ragnarök, usw.).

Zitat:
Das ist eben meine Frage. Götter leben, solange die Menschen leben, die sie verehren. Das kann ich mir vorstellen. Aber kann man Götter wiederbeleben? Sind es noch die gleichen, oder andere?

Ist das wichtig? Für den Heiden nicht.
Ist Zeus gleich Iuppiter, Odin gleich Wodan, Loki gleich Lödur, Odin gleich Merkur, Minerva gleich Sulis, Baldr gleich Jesus? Darüber kann man vortrefflich akademisch diskutieren, und das macht man auch gerne und ausgiebig, aber wirklich wichtig ist das nicht. Viel wichtiger ist, wen du verehrst bzw. wem du opferst. Und dafür brauchst du ein Bild, einen Namen, eine Vorstellung.

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"Wer dafür ist, die Demokratie endgültig abzuschaffen, hebt die Hand." (Moe Szyslak)


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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 00:38 
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GermanHeretic hat geschrieben:
...Viel wichtiger ist, wen du verehrst bzw. wem du opferst. Und dafür brauchst du ein Bild, einen Namen, eine Vorstellung.
Und da trennen sich dann die Wege zwischen Ungläubigen und Heiden, nicht wahr?

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"Die gewöhnlichste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt; das Belügen anderer ist relativ der Ausnahmefall."
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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 00:52 
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Marcellinus hat geschrieben:
GermanHeretic hat geschrieben:
...Viel wichtiger ist, wen du verehrst bzw. wem du opferst. Und dafür brauchst du ein Bild, einen Namen, eine Vorstellung.
Und da trennen sich dann die Wege zwischen Ungläubigen und Heiden, nicht wahr?

Nein, wieso denn? Diese Frage hat doch nicht mit der Wahrheit(TM) zu tun, sondern nur mit einem selbst.
Ich weiß ja, daß das Konzepte sind, die man heute nicht mehr so recht versteht, weil man alles aus christlicher Warte aus beurteilt. Das tun auch Atheisten, nur von der anderen Seite, hat sich westlicher Atheismus doch als Antithese zum Christentum entwickelt. Die christliche Kombination aus Gott, Wahrheit, Urgrund, Blazorg und Mimir weiß, was sonst noch, als Grundlage der Religion ist auf das Heidentum gar nicht anwendbar. Es gibt im Heidentum keine Ungläubigen, weil es gar keine absolute Wahrheit postuliert, höchstens Leute, die keine Götter verehren bzw. ihnen opfern. Was in der Antike ja leider nicht gerne gesehen war, weshalb die ersten Christen ja solche Probleme bekamen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 01:23 
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GermanHeretic hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
GermanHeretic hat geschrieben:
...Viel wichtiger ist, wen du verehrst bzw. wem du opferst. Und dafür brauchst du ein Bild, einen Namen, eine Vorstellung.
Und da trennen sich dann die Wege zwischen Ungläubigen und Heiden, nicht wahr?

Nein, wieso denn? Diese Frage hat doch nicht mit der Wahrheit(TM) zu tun, sondern nur mit einem selbst.
Ich weiß ja, daß das Konzepte sind, die man heute nicht mehr so recht versteht, weil man alles aus christlicher Warte aus beurteilt. Das tun auch Atheisten, nur von der anderen Seite, hat sich westlicher Atheismus doch als Antithese zum Christentum entwickelt. Die christliche Kombination aus Gott, Wahrheit, Urgrund, Blazorg und Mimir weiß, was sonst noch, als Grundlage der Religion ist auf das Heidentum gar nicht anwendbar. Es gibt im Heidentum keine Ungläubigen, weil es gar keine absolute Wahrheit postuliert, höchstens Leute, die keine Götter verehren bzw. ihnen opfern. Was in der Antike ja leider nicht gerne gesehen war, weshalb die ersten Christen ja solche Probleme bekamen.

Ja, in soweit sind die Atheisten die Antithese der Theisten und angetreten, den Theismus zu seiner Vollendung zu bringen. :laugh: Wenn die Heiden auf einen Wahrheitsanspruch verzichten, so bleibt doch die Frage, ob wir zu einer gemeinsamen Weltsicht kommen. So denke ich schon, daß sich der Weg der Heiden von denen der Ungläubigen (ich schreibe jetzt absichtlich nicht Atheisten) zumindest unterscheidet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 01:32 
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Marcellinus hat geschrieben:
Die Intoleranz und die Behauptung des Wahrheitsanspruches wird sich zwangsläufig gegen sie selbst richten.


Interessanter Gedanke :)

Das heißt also wohl: Die Christen dürfen sich nicht wundern, dass ihnen (zum Beispiel in Internetforen soviel Ablehnung entgegenschlägt? 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 09:57 
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Domingo hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Die Intoleranz und die Behauptung des Wahrheitsanspruches wird sich zwangsläufig gegen sie selbst richten.

Interessanter Gedanke :)

Das heißt also wohl: Die Christen dürfen sich nicht wundern, dass ihnen (zum Beispiel in Internetforen soviel Ablehnung entgegenschlägt? 8-)

Viele Christen, wie Moslems und Juden verstehen nicht, welche Zumutung ihr Gottesbild für andere Menschen darstellt, weil sie sich selbst als tolerant wahrnehmen. Wenn ich sage, daß es nur einen Gott gibt, und das ist meiner, dann hilft es nicht viel, wenn ich hinzufüge, jeder könne natürlich glauben was er wolle, denn fast 2000 Jahre haben Christen sehr entschieden auf dem Vorrang ihrer Wahrheit vor allen anderen bestanden. Sie haben jedem anderen Gott die Existenzberechtigung abgesprochen und ihren für den einzig glaubwürdigen erklärt. Das heißt konsequent, wenn diese Behauptung nicht aufrecht zu erhalten ist, ist die Alternative nicht die Rückkehr zur Vielgötterei sondern der letzte Schritt zur Gottlosigkeit.

In diesem Punkt nehmen also die Atheisten die Monotheisten einfach ernst, und sind damit, da hat GermanHeretic schon Recht, Teil dieser monotheistischen Tradition. Das gibt auch manchen Atheisten etwas ausschließliches und macht sie gelegentlich schwierig im Umgang. :bgrin:

In den östlichen Religionen, Hinduismus, Buddhismus, Shintoismus, versteht man das oft nicht. Vor kurzem hat mich jemand darauf hingewiesen, daß es im Hinduismus sogar eine atheistische Tradition gibt, im Buddhismus ja sowieso, ohne daß das als grundsätzlicher Widerspruch empfunden wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 10:04 
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Marcellinus hat geschrieben:
So denke ich schon, daß sich der Weg der Heiden von denen der Ungläubigen (ich schreibe jetzt absichtlich nicht Atheisten) zumindest unterscheidet.

Selbstverständlich tut er das. Wer sagt denn, daß alle auf demselben Pfad durch die Welt wandeln müssen? Was im übrigen nicht viel damit zu tun hat, wie die Welt aufgebaut ist.
Im Christentum gibt es zwei Wege, einen breiten in die Verdammnis und einen schmalen ins Himmelreich, im Heidentum gibt es viele Wege mit unterschiedlichen Zielen, die sich vielfach kreuzen. Atheismus versucht, eine Umgehungsstraße um alle zu bauen, und da frage ich mich langsam schon, führt die irgendwo hin oder einmal im Kreis herum. Letzteres ist ja nicht schlimm, manchmal ist eben der Weg das Ziel.
Der Kardinalfehler, den westlicher und "neuer" Atheismus macht, ist, alle Religionen über einen Kamm zu scheren. Das ist einfach Blödsinn, ich nehme das den Leuten allerdings nicht übel, ich habe selbst so jahrelang gedacht und unsere gesellschaftliche Prägung legt diesen Schluß ja auch nahe. Dieser Schluß resultiert aber aus einer christlichen Sicht auf Religion, die von den Kirchenvätern der Spätantike gelegt worden ist. Die Heiden dachten damals ganz anders darüber, siehe z.B. Cicero.

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 10:12 
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Marcellinus hat geschrieben:
Shintoismus

Shintoismus ist ein super Beispiel. Im Japanischen gibt es nicht einmal ein Wort für "Gott". Gemeinhin übersetzt man es mit 神 (kami), aber das bedeutet auch Naturgeist (der Germane würde Landwicht sagen, der Kelte Fair(y) Folk), Seele (eines Verstorbenen) und vielleicht auch noch ein paar andere Dinge, die mir jetzt nicht präsent sind.

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 10:22 
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GermanHeretic hat geschrieben:
Der Kardinalfehler, den westlicher und "neuer" Atheismus macht, ist, alle Religionen über einen Kamm zu scheren. Das ist einfach Blödsinn, ich nehme das den Leuten allerdings nicht übel, ich habe selbst so jahrelang gedacht und unsere gesellschaftliche Prägung legt diesen Schluß ja auch nahe. Dieser Schluß resultiert aber aus einer christlichen Sicht auf Religion, die von den Kirchenvätern der Spätantike gelegt worden ist. Die Heiden dachten damals ganz anders darüber, siehe z.B. Cicero.

Das ist sicher richtig, nur müssen wir aufpassen, daß wir bei der Gelegenheit nicht das wissenschaftliche Weltbild gleich mit über Bord kippen. Aber vielleicht läßt sich das ja klären. :bgrin:

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 10:33 
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GermanHeretic hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Nun sollte man den Weg konsequent zu Ende gehen, und auch die letzten Götter als das erkennen, was sie sind: von Menschen geschaffene Bilder, statt den Versuch zu machen, das Rad der Religionsgeschichte zurückdrehen zu wollen.

Jeder Heide bei Verstand weiß, daß die Götter als Personen mit Namen, Bart und Flügelhelm, sowie die Geschichten, die sich um sie ranken, vom Menschen geschaffene Bilder sind. Und das wußten auch die Heiden von einst. Niemand mit mehr Grips als eine Banane hat je ein Götterbildnis für den Gott selbst gehalten. Auf solche abstrusen Ideen kommen nur für den Monotheismus Anfällige, weshalb dort das Bildermachen auch verboten ist.
Das Rad der europäischen Religionsgeschichte wurde im 4. Jhd. zurückgedreht, nicht heute.

"Zu denselben Sternen blicken wir empor, der Himmel ist uns gemeinsam, dasselbe Weltall umgibt uns. Was liegt daran, unter welchem System ein jeder die Wahrheit erforscht? Auf einem Weg allein kann man nicht ein solch erhabenes Mysterium erkennen."
(Quintus Aurelius Symmachus, einer der letzten Verteidiger des römischen "Altheidentums" in eben jenem Jahrhundert)

Die Götter des Heidentums waren Naturgötter. Mit diesen Bildern versuchten die Menschen die Natur und ihre Gesetzmäßigkeiten zu beschreiben. Diese Götter waren fehlbar, nicht allwissend, nicht allmächtig, und sie und selbst ihre höchsten Repräsentanten unterlagen der Moira, dem Entstehen, dem Dasein und dem Vergehen, dieser einzigen Dreifaltigkeit die denkbar, verständlich und im Monatsrhythmus am Himmel zu bewundern ist. Diese enge Verbindung zur Natur macht sie heute wieder attraktiv, egal, ob man die alten Mythen mit den Augen des heutigen Menschen betrachtet oder versucht, neue Mythen zu schaffen, die versuchen, die neuen Erkenntnisse der Naturwissenschaft irgendwie zu beschreiben.
Gruß
Ullr

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Und ich schwör's, ich werde alles tun, dass Lea auf dieser unserer Welt einen Heidenspass haben wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 10:38 
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Marcellinus hat geschrieben:
nur müssen wir aufpassen, daß wir bei der Gelegenheit nicht das wissenschaftliche Weltbild gleich mit über Bord kippen.

Die Gefahr besteht sicher. Aber Wissenschaft ist so erfolgreich, die wird nicht wieder gehen, da ist die kulturelle Evolution vor.

(Und in der Götterwelt hat sie auch ihren Platz: Loki, Prometheus, ...)

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 10:40 
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ullr hat geschrieben:
Moira, dem Entstehen, dem Dasein und dem Vergehen, dieser einzigen Dreifaltigkeit die denkbar, verständlich und im Monatsrhythmus am Himmel zu bewundern ist.

Nornen. In diesem Strang, siehe Titel, sagt man Nornen. :bgrin:

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 10:43 
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ullr hat geschrieben:
Die Götter des Heidentums waren Naturgötter. Mit diesen Bildern versuchten die Menschen die Natur und ihre Gesetzmäßigkeiten zu beschreiben. Diese Götter waren fehlbar, nicht allwissend, nicht allmächtig, und sie und selbst ihre höchsten Repräsentanten unterlagen der Moira, dem Entstehen, dem Dasein und dem Vergehen, dieser einzigen Dreifaltigkeit die denkbar, verständlich und im Monatsrhythmus am Himmel zu bewundern ist. Diese enge Verbindung zur Natur macht sie heute wieder attraktiv, egal, ob man die alten Mythen mit den Augen des heutigen Menschen betrachtet oder versucht, neue Mythen zu schaffen, die versuchen, die neuen Erkenntnisse der Naturwissenschaft irgendwie zu beschreiben.

Naturgötter auch, aber eben auch mächtige Wesen, von denen man sich Hilfe erwartete, reiche Ernten, Sieg in der Schlacht usw.. Wenn das über längere Zeit ausblieb, begannen Zweifel. Einer der besonderen Tricks des Christentums war, daß alle positiven Erwartungen unbeweisbar ins Jenseits verlagert wurden, während Unglück im Diesseits geradezu als Bestätigung dargestellt wurde. Die perfekte Religion zur Begleitung des Untergangs des Römischen Reiches.

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 10:52 
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Marcellinus hat geschrieben:
Domingo hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Die Intoleranz und die Behauptung des Wahrheitsanspruches wird sich zwangsläufig gegen sie selbst richten.

Interessanter Gedanke :)

Das heißt also wohl: Die Christen dürfen sich nicht wundern, dass ihnen (zum Beispiel in Internetforen soviel Ablehnung entgegenschlägt? 8-)

Viele Christen, wie Moslems und Juden verstehen nicht, welche Zumutung ihr Gottesbild für andere Menschen darstellt, weil sie sich selbst als tolerant wahrnehmen. .....

Da gehört noch der Islam dazu. Ich bin felsenfest*) davon überzeugt, dass Monotheismus, der einen absoluten Wahrheitsanspruch vertritt, letztendlich im Kern intolerant ist. Die Menschen, die wirklich monotheistisch gläubig sind und im Sinne des Wortes tolerant, haben in letzter Konsequenz ihr Gottesbild aufgegeben, das werden sie sich nicht eingestehen, brauchen sie auch nicht, wozu auch, aber sie hängen nicht mehr jenem "Ich bin der Herr, dein Gott..." an. Oder sie lassen irgendwann, irgendwo ihre Maske fallen. Das ist sehr schön in reinreligiösen Foren beobachtbar.
Heidnische Religionen waren und sind tolerant. Egal, ob es der Schamanismus der Mongolen, der Geisterglaube der amerikanischen Ureinwohner, die europäischen polytheistischen Religionen oder die fernöstlichen sind.
Gruß
Ullr
*) da mag auch die eigene Erfahrung eine Rolle spielen...

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 Betreff des Beitrags: Re: Germanische Götterwelt
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 10:58 
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Die Frage ist: Warum ist die Germanische Götterwelt den Bach runtergegangen? Inwieweit wurde der Germanische Aberglaube durch das Christentum zivilisiert? Wie breitete sich das Christentum über die Römer aus? Inwieweit hing die kulturelle Vorherrschaft mit einer politischen Vorherrschaft zusammen?

Auf heute übertragen: Inwieweit hat die politische Vorherrschaft der USA in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts auch zur kulturellen Vorherrschaft geführt. Sind die USA das neue Rom?


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