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 Betreff des Beitrags: Re: Griechische Götterwelt (hier und heute)
BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 01:09 
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Marcellinus hat geschrieben:

Ach, Crocus. und warum wurde dann das Erstes Konzil von Nicäa (325) abgehalten? Das Christentum hatte von Anfang an mit dem Problem zu kämpfen, daß der eine Gott und die eine Wahrheit nicht zusammen passen wollten. Für einen Kaiserkult war das aber essenziell. Du unterschätzt einfach den Systemwechsel, den Konstantin vollzog, und den er vermutlich am Anfang auch unterschätzt hat. Er hat sich mit den Christen Bundesgenossen ins Boot geholt, die er nicht mehr los wurde. Es waren religiöse Extremisten, die die Antike so bis dahin nicht gekannt hatte.


Konstantin sah das Christentum nicht als destabilisierenden Faktor an, sondern als das genaue Gegenteil und daher auch als geeignete Staatsreligion. Im ersten Konzil hat er eine Entscheidung der Streitfragen des Christentums erzwungen, na und? Im zweiten Konzil musste er nicht mal mehr Durck machen, damit die erste Einigung bestätigt wurde. Das als interne Zerrissenheit das Christentums aufzublähen ist nicht seriös.

Zitat:
Geschwindigkeit? Noch 250 Jahre nach Konstantin gab es trotz Verfolgung noch soviele Heiden, daß Justinian Kinder zwangstaufen lassen mußte.


Das Chr. verbreitete sich als einzelner Kult vergleichsweise schnell, bis eben eine gewisse Sättigung erreicht wurde. Es fand zunächst besonders aus jüdischen Gemeinden und eben den ärmeren Teilen der urbanen Bevölkerung Zulauf, das stößt irgendwann auf natürliche Grenzen. Viele aus den nicht-jüdischen oder ethnisch unauffälligen Mittelschichten dürften keine sonderliche Affinität dazu gehabt haben und eher ihre Familientraditionen in Ehren gehalten haben.

Zitat:
Ganz einfach, weil diese Verfolgungen zum großen Teil erfunden sind.


Das ist eine Verzerrung zugunsten irgendwelcher Hintergedanken. Ich bin zwar ebenfalls Atheist, solche Märchen habe ich allerdings nicht nötig.

Zitat:
Du muß dich schon entscheiden, ob du eine Unterschichtreligion postulieren willst, dann kannst du das mit dem Bildungsstand vergessen


Nein, ich sagte, dass es unter den Christen mehr Gebildete gegeben hat, bzw offensichtlich eine Bildungselite. Diese konnte aus der heidnischen oder (vor allem) jüdischen Mittelschicht ebenso stammen, wie aus Patrizierfamilien, das ändert nichts daran, dass das Christentum aus einem Verfolgtheitsbewußtsein und Benachteiligungsbewußtsein entstandanden ist. Genau genommen erklärt das sogar die spätere hysterische Aggressivität der frühen Christen.

Zitat:
nicht das, oder du siehst die Dinge wie sie sind.


Ei, wie sind sie denn?


Zitat:
Unterschicht meinte doch Sklaven, oder? Kein Sklave hätte sich ohne die Erlaubnis seines Herren einer Sekte anschließen können.


Nein, nicht notwendigerweise, das dürfte allerdings auch einiges zur Verbreitung via "wie der Herr so's Gescherr" beigetragen haben.

Zitat:
Die ersten Interessenten an der neuen Religion waren übrigens Leute, die sich auch für das Judentum interessierten, daß damals übrigens auch missionierte. Die Christen gewannen diese Leute, weil sie ihnen ein Judentum light anboten, eines ohne Beschneidung und die strengen mosaischen Gesetze.


Eben.

Zitat:
Das ist nun wirklich putzig. Das Heidentum war Volksreligion seit Jahrtausenden. Von elitär keine Spur.


Nein, ich meinte natürlich speziell in dem eng gefassten Zeitrahmen um 300 n. Chr. Es gab aber auch im Heidentum stets ein selektives Verhalten der Armen und Ärmeren in Bezug auf ihre Götter. Kriegführende Aristokraten hatten wieder ihre eigene Götterklientel, wie zB Jupiter. Solche Tendenzen kann es in einem monotheistischen Sozialheulsusentum nicht gegeben haben.

Dein Avatar ist übrigens auch putzig, ist das Deine Katze?

Zitat:
Die Götter der Heiden lebten solange, wie es Menschen gab, die sie verehrten. Konsequent sind heidnische Religionen auch nur ausgestorben, wenn ihre Völker verschwanden. Das änderte sich erst mit Christentum und Islam, die ersten und bisher einzigen Religionen, die andere Religionen beseitigt haben.


Ich denke, da lassen sich leicht Gegenbeispiele finden, aber das könntest Du auch selber und ich finde das jetzt nicht so wichtig. Z. B. wurde sowohl unter den Seleukiden, als auch unter den Römern versucht, das Judentum ideologisch auszulöschen.

Crocus hat geschrieben:
Vor allen Dingen ist da das traditionelle Gefolgschaftswesen als integrativer Faktor für die Modernisierungen der germanischen Welt zu nennen....


Zitat:
Du meinst, wie der Herr, so's Gescherr? Ja, da ist was dran.


Es ist etwas komplexer, aber für Dich reicht das erstmal so.

Zitat:
Friedlich war um diese Zeit gar nichts. Siehe hier, schon gar nicht der Streit zwischen Arianern und Trinitariern.


Die ersten Ansätze des Christentums im germanischsprachigen Raum waren friedlicher Natur und das blieb auch so bis in die frühere Karolingerzeit, auf mehr kommt es in diesem Zusammenhang nicht an. Die arianischen Goten oder Langobarden versuchten beispielweise nicht, Katholiken zu konvertieren (es wurde lediglich die Heirat verboten), die einzige mir bekannte Ausnahme sind die Vandalen in Nordafrika unter Geiseric.


Zitat:
Mir geht es um Verständnis der historischen Zusammenhänge


Du biegst und drehst da schon etwas "korrigierend" herum, wenn Du mich fragst, das steht allerdings eher in keinem nennenswerten Verhältnis zur christlich motivierten Geschichtsklitterei.

Zitat:
Ich habe mich lange gefragt, was eigentlich der Grund war, daß sich das Christentum im Römischen Reich durchgesetzt hat und nicht z.B. der Mithras-Kult, der zeitweilig weit mehr Anhänger hatte. Ausgangspunkt war sicherlich die Übernahme des Christentums als Kaiserkult.


Die Vorgeschichte des Christentums bis zur Übernahme als Staatsreligion ist mindestens ebenso wichtig. Nur dadurch ist ja zu erklären, wie es in so eine Position gelangte und da ist es eben wichtig, die sozialen Mechanismen zu berücksichtigen, die dort hin führten.

Zitat:
Aber Kaiser vorher haben andere Kulte bevorzugt, ohne daß dieses weitergehende Auswirkungen gehabt hat


Ich denke, dass diese radikalen Veränderungen absolut im Sinne Konstantins waren, den ich für einen skrupellosen und größenwahnsinnigen Charakter halte, der im Grunde nur zur Schau religiös und von Anfang an nur auf eine Machtbasis aus war. Das das zum Teil Fanatiker waren, konnte ihm da nur recht sein.

Zitat:
Dann habe ich irgendwann verstanden, daß das Christentum sich in einem Punkt von den anderen Religionen unterschied. Es war entschlossen, alle anderen Religionen zu beseitigen und dabei nahmen sie weder auf ihr eigenes Leben Rücksicht, noch auf das der anderen.


Das geht alles von christlichen Potentaten aus. Bis das es Staatsreligion wurde, gab es diese Auslöschungsbestrebungen nicht, lediglich eine strikte Weigerung den Kaiser anzubeten, genau wie bei den Juden.

Zitat:
Auf die Idee war seit Echnaton niemand gekommen. Es ist diese Radikalität, der unbedingte Wille zur alleinigen Macht, im Diesseits wie im Jenseits, der das Christentum 'auszeichnete', sie erst gegen die anderen Religionen trieb, dann gegen die Abweichler in den eigenen Reihen.


Das halte ich wie gesagt für eine Entwicklung, die nur von Machthabern getragen werden konnte und die also erst seit Konstantin möglich ist. Ich weiche daher insofern ab, als dass ich das Christentum für die ultimative Moralkeule der Machthaber halte, die dem ihre eventuell psychopathischen Persönlichkeiten aufprägten und dadurch das Christentum auch in einer negativen Vorbildrolle beeinflussten.

Zitat:
Und diese Grundidee findet sich in noch reinerer Form kurze Zeit später beim Islam. Und dieser Konflikt zwischen den beiden so ähnlichen und vielleicht deshalb antagonistischen Religionen beglückt die Welt ja bis heute.


So in etwa, ja.


Zuletzt geändert von Crocus am 26 Feb 2010 01:43, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Griechische Götterwelt (hier und heute)
BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 01:35 
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aeger hat geschrieben:


Das hätten die heutigen Kulturbetrachter gerne so ....... Ist aber nicht.. :))

der gute Paul Tillich hat da wissenschaftlich einigens an Substanz rübergebracht, crocus, die mit deiner Auffassung nicht konform gehen und ich habe noch keine Nachweise deiner These bei dir noch substanziell bei anderen gesehen:


Das darf ja auch nicht sein, weil sonst all die persönlichen Beziehungen zu Jesus recht wenig Sinn ergeben.


Zitat:
Der Glaube aber, der um den symbolischen Charakter seiner Symbole weiß, gibt Gott die Ehre, die ihm gebührt.“ –


Klingt, als ob das "Obersymbol" sogar Geschlechtsorgane hätte.

Zitat:
„Das Christentum schließt seinem eigentlichen Wesen nach jeden ungebrochenen Mythos aus, denn seine Grundlage ist der Inhalt des ersten und höchsten Gebotes, die Unbedingtheit des Unbedingten anzuerkennen und jede Art von Götzendienst abzulehnen.“ (P. Tillich, Wesen und Wandel des Glaubens, 19)


Dann brecht doch mal bitte endlich den Mythos, das Moralität und Ethik nur auf Gott aufbauen kann oder brecht endlich den Schöpfungsmythos. Die Realiät sieht doch so aus, dass das Christentum so geringen symbolischen Charakter hat, dass es auch inhaltlich aus Fabelwelten mit Drachen und Feen zusammengesetzt sein könnte. Der einzige Unterschied is die jüngere Geschichte der christlichen Kritikimmunisierung, die eben alles um den lieben Gottvater herum bildlich einebnet, denn letztlich kommt es ja nur auf den großen Übervater an. Natürlich wird in Europa auch gern ignoriert, dass in den USA über 70% dieser Hanseln an Engel glauben und noch mehr die Evolutionstheorie ablehnen - aber das ist sicher auch nur "symbolisch" zu sehen, gell?

Zitat:
Weiter sollte man von der Mythenverliebtheit weg und sich mal an die politische Dimension wagen


Ja, das ist ja das Problem LOL

Zitat:
- jede Idee, die durch gesellschaftliche Gruppen eine Stärke gewinnt, verbindet sich mit der Macht um mächtiger zu werden.
-jeder Macht, die wirkmächtig werden will, verbindet sich mit der Idee, die ihre Macht festigt und die in der Gesllshaft einen Rückhalt zukünftig finden wird.


Weshalb das Christentum historisch neben all dem Halleluja und den Armenspeisungen eben auch eine Bastardisierung mit bösartigem Narzissmus ist.

Zitat:
aber über die Substanz einer Idee sagt das nicht alles aus.


Nein, aber die kollidiert eben mit den Wissenschaften. Wenn es nur um soziale Ideale geht, dann kann gerade deren Vereinnahmung durch irgend einen Monotheismus auch einfach fallen gelassen werden. Wenn mehr Substanz gesichert werden will, muss man sich Kritik nunmal gefallen lassen.

Zitat:
Die Mythen halten dieses "Überziehen " nicht aus. Sie kommen dann alle zu den Gebrüdern Grimm oder dem Herrn Schwab in den Fundus :))


Weshalb ich zB Atheist bin. Bereits der Ratzinger kommt mir manchmal wie so eine mythische Fabelgestalt vor.


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 Betreff des Beitrags: Re: Griechische Götterwelt (hier und heute)
BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 10:06 
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Crocus hat geschrieben:
aeger hat geschrieben:


Das hätten die heutigen Kulturbetrachter gerne so ....... Ist aber nicht.. :))

der gute Paul Tillich hat da wissenschaftlich einigens an Substanz rübergebracht, crocus, die mit deiner Auffassung nicht konform gehen und ich habe noch keine Nachweise deiner These bei dir noch substanziell bei anderen gesehen:


Crocus hat geschrieben:
Das darf ja auch nicht sein, weil sonst all die persönlichen Beziehungen zu Jesus recht wenig Sinn ergeben.
.


Da sprichts du eine Wahrheit gelassen aus. Es ist nämlich tatsächlich so, dass hinter dem Erlösungsgedanken, der durch Jesus in die Welt kam, genau das Grundlage geworden ist, was Tillich meinte. Erst dadurch wird die persönliche Beziehung zu Gott tragend. Deshalb ist aller anderen Mythos als ein gebrochener Mythos zu bezeichnen, weil er dem Menschen nicht allumfassend dient, ihn nicht vom alten Mythos löst.

aeger hat geschrieben:
Das Christentum schließt seinem eigentlichen Wesen nach jeden ungebrochenen Mythos aus, denn seine Grundlage ist der Inhalt des ersten und höchsten Gebotes, die Unbedingtheit des Unbedingten anzuerkennen und jede Art von Götzendienst abzulehnen.“ (P. Tillich, Wesen und Wandel des Glaubens, 19)


Crocus hat geschrieben:
Dann brecht doch mal bitte endlich den Mythos, das Moralität und Ethik nur auf Gott aufbauen kann oder brecht endlich den Schöpfungsmythos. Die Realiät sieht doch so aus, dass das Christentum so geringen symbolischen Charakter hat, dass es auch inhaltlich aus Fabelwelten mit Drachen und Feen zusammengesetzt sein könnte. Der einzige Unterschied is die jüngere Geschichte der christlichen Kritikimmunisierung, die eben alles um den lieben Gottvater herum bildlich einebnet, denn letztlich kommt es ja nur auf den großen Übervater an. Natürlich wird in Europa auch gern ignoriert, dass in den USA über 70% dieser Hanseln an Engel glauben und noch mehr die Evolutionstheorie ablehnen - aber das ist sicher auch nur "symbolisch" zu sehen, gell?


Noii, weil die die Moralität, die Ethik erst durch das Christentum auf eine tragendere Ebene für den Menschen transportiert wurde. Durch die Gottesebendbildlichkeit gewinnt sie den Wert, den letztlich die Aufklärer aufnahmen um auch politisch den Nutzen daraus zu ziehen.

Und die Meinung einiger Philosophen , dass es eine Moralität aus evolutionären Fortschrittsgedanken schon irgendwo und irgendwie immer schon gab, beweist doch neben der Notwendigkeit dieser Moralität nur , dass es eine Sehnsucht danach gab, die sich in der Codierung der Religionen ( damit Gottgebunden) niedergeschlagen hat. Der Gedanke des eigennützigen Gens ist doch mehr als zu kurz gesprungen.

aeger hat geschrieben:
Zitat:
- jede Idee, die durch gesellschaftliche Gruppen eine Stärke gewinnt, verbindet sich mit der Macht um mächtiger zu werden.
-jeder Macht, die wirkmächtig werden will, verbindet sich mit der Idee, die ihre Macht festigt und die in der Gesllshaft einen Rückhalt zukünftig finden wird.


Crocus hat geschrieben:
Weshalb das Christentum .historisch neben all dem Halleluja und den Armenspeisungen eben auch eine Bastardisierung mit bösartigem Narzissmus ist.
.


Geschieht überall wo es um die Umsetzung einer Idee geht. Die Umsetzung geschieht durch Menschen mit den innehaftenden Fehlern...auch hier auf dieser Plattform ;)

aeger hat geschrieben:
aber über die Substanz einer Idee sagt das nicht alles aus.


Crocus hat geschrieben:
Nein, aber die kollidiert eben mit den Wissenschaften. Wenn es nur um soziale Ideale geht, dann kann gerade deren Vereinnahmung durch irgend einen Monotheismus auch einfach fallen gelassen werden. Wenn mehr Substanz gesichert werden will, muss man sich Kritik nunmal gefallen lassen.


Noii, da kollidiert nichts. Die Wissenschaft und das Christentum schließen sich nicht aus. Ein großer Denker des christlichen Fundamnets hat das hellenistische Erbe doch wunderbar rübergebracht und den Wissenschaften den Weg zur kritischen Vernunft gezeigt.

...drum prüfet alles und das Gute behaltet.....

Der heutige Diskurs über die Verbindung von Glauben, Vernunft und Wissenschaft spiegelt deine Auffasung nicht wieder.

aeger hat geschrieben:
Die Mythen halten dieses "Überziehen " nicht aus. Sie kommen dann alle zu den Gebrüdern Grimm oder dem Herrn Schwab in den Fundus :))


Crocus hat geschrieben:
Weshalb ich zB Atheist bin. Bereits der Ratzinger kommt mir manchmal wie so eine mythische Fabelgestalt vor.


Ist doch ok für dich. Anderen reicht das nicht aus..... ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: Griechische Götterwelt (hier und heute)
BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 10:12 
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Stefan Kramer hat geschrieben:
aeger hat geschrieben:
:))

benötigst du etwas aus Erichs Bauchladen.

wie wäre es damit:

Der springende Punkt ist, ob man Autorität hat oder ob man eine Autorität ist.....

vielleicht könnte dir auch das mit dem leeren Gerede und dem lebendigen Reagieren weiterhelfen...

ist doch schon mal was für dich, rischtisch ?


:fresse:


...moderierst du noch oder argumentierst du schon ?

Man könnte dem Gedanken des Pharisäertums näher treten

http://de.thefreedictionary.com/Pharis%C3%A4ertum

anderen das Trollen ständig vorwerfen und selber zig Beiträge ohne Bezug oder mit abdriftendem Inhalt einstellen..... ;)

Aber qoud licet Jovi, not licet bovi ..nicht wahr Monsieur Kramer ?


Zuletzt geändert von aeger am 26 Feb 2010 11:07, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Griechische Götterwelt (hier und heute)
BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 10:17 
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Crocus hat geschrieben:
Dann brecht doch mal bitte endlich den Mythos, das Moralität und Ethik nur auf Gott aufbauen kann oder brecht endlich den Schöpfungsmythos. Die Realiät sieht doch so aus, dass das Christentum so geringen symbolischen Charakter hat, dass es auch inhaltlich aus Fabelwelten mit Drachen und Feen zusammengesetzt sein könnte.

Ja sicher, deshalb kommt es ja auch nicht auf die äußere Form oder gar Realität des Symbols an, sondern was damit symbolisiert wird. Christen machen nur den einen Fehler, daß sie Symbol und realität nicht auseinanderhalten können, siehe z.B. die Historizität der Auferstehung. Als Symbol habe ich damit kein Problem (außer daß die Bedeutung m.E. ein perfides Menschenbild zeigt), aber als historisches Ereignis ist das absolut lächerlich.
"Mit dem Mythos brechen" - das nennt so mancher Theologe "Entmythologisieren", ich finde, das ist in beiden Fällen eine irreführende Wortwahl. Den Mythos als Mythos anerkennen und nicht als vermeintliche Wahrheit vor eine tiefsinnigere Aussage, von mir aus auch "Wahrheit" genannt, schieben, das wäre angebracht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Griechische Götterwelt (hier und heute)
BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 11:01 
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GermanHeretic hat geschrieben:
Crocus hat geschrieben:
Dann brecht doch mal bitte endlich den Mythos, das Moralität und Ethik nur auf Gott aufbauen kann oder brecht endlich den Schöpfungsmythos. Die Realiät sieht doch so aus, dass das Christentum so geringen symbolischen Charakter hat, dass es auch inhaltlich aus Fabelwelten mit Drachen und Feen zusammengesetzt sein könnte.

Ja sicher, deshalb kommt es ja auch nicht auf die äußere Form oder gar Realität des Symbols an, sondern was damit symbolisiert wird. Christen machen nur den einen Fehler, daß sie Symbol und realität nicht auseinanderhalten können, siehe z.B. die Historizität der Auferstehung. Als Symbol habe ich damit kein Problem (außer daß die Bedeutung m.E. ein perfides Menschenbild zeigt), aber als historisches Ereignis ist das absolut lächerlich.
"Mit dem Mythos brechen" - das nennt so mancher Theologe "Entmythologisieren", ich finde, das ist in beiden Fällen eine irreführende Wortwahl. Den Mythos als Mythos anerkennen und nicht als vermeintliche Wahrheit vor eine tiefsinnigere Aussage, von mir aus auch "Wahrheit" genannt, schieben, das wäre angebracht.

Genau.
Zitat:
daß sie Symbol und realität nicht auseinanderhalten können, siehe z.B. die Historizität der Auferstehung.

Das Spassige ist ja, dass einerseits so argumentiert wird, als ob diese Aussagen nur Mythen sind, dann aber, wenn es zur Kernaussage kommt, "ja, dann, lieber Christ ist Deine Bibel genausoviel wert wie die Eddasage oder die Ilias", dann plötzlich wird der Finger gehoben, aber die Evangelien und das AT schildern doch historische Ereignisse, Christus ist wirklich und wahrhaftig usw usf.
Ich habe das mal mit Hase und Igel verglichen... Das funzt nur heute nicht mehr, der Hase kennt die Igelfrau. :bgrin:
Es ist Zwiedenk im reinsten orwellschen Sinne und daher im tiefsten Sinne verlogen. Die Kirche hat immer noch nicht gemerkt, dass sie die Leitung des Wahrheitsministeriums verloren hat, und das Bestehen darauf (siehe jüngste Vorgänge in USA, Irland und Deutschland) noch nicht mal mehr lächerlich ist.
Gruß
Ullr

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BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 11:45 
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Crocus hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Ganz einfach, weil diese Verfolgungen zum großen Teil erfunden sind.

Das ist eine Verzerrung zugunsten irgendwelcher Hintergedanken. Ich bin zwar ebenfalls Atheist, solche Märchen habe ich allerdings nicht nötig.

Es müßte auch dir zu denken geben, daß die Christen in all den Jh. Zeit fanden, allerlei Erbauungsliteratur zu verfassen, ab dem 2. Jh. die Zusammenstellung des NT zu diskutieren. Tertullian, ein Schriftsteller des 2. Jh. wettert gleichermaßen gegen Juden, Judenchristen und Heiden und droht ihnen die ewige Verdammnis an, die er als ein "nie endendes Töten" schildert. Über weite Strecken war der Aufbau der christlichen Gemeinde völlig unbehelligt, und daß die Märtyrergeschichten der Kirche maßlos übertrieben sind, bestreitet heute kaum noch jemand. Das Beispiel Japan hatte ich erwähnt, um zu zeigen, was eine wirkliche Christenverfolgung gewesen wäre.

Crocus hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Die Götter der Heiden lebten solange, wie es Menschen gab, die sie verehrten. Konsequent sind heidnische Religionen auch nur ausgestorben, wenn ihre Völker verschwanden. Das änderte sich erst mit Christentum und Islam, die ersten und bisher einzigen Religionen, die andere Religionen beseitigt haben.

Ich denke, da lassen sich leicht Gegenbeispiele finden, aber das könntest Du auch selber und ich finde das jetzt nicht so wichtig. Z. B. wurde sowohl unter den Seleukiden, als auch unter den Römern versucht, das Judentum ideologisch auszulöschen.
Auch das ist wieder ein Mißverständnis. Die Römer haben nicht das Judentum 'ideologisch auslöschen' wollen, sondern es ging um religiös motivierte Aufstände in Palästina. Die Juden (zumindest ein Teil von ihnen) erwarteten einen Messias, der sie von den Römern befreien sollte. Daher, diese Aufstände, die real nie eine Chance auf Erfolg hatten. Die Römer waren diese Aufstände einfach leid und zerstörten Jerusalem und vertreiben die Bewohner.

Die siedelten sich dann im ganzen Römischen Reich an und wurden dort auch nicht mehr behelligt, obwohl sie den Kaiserkult ignorierten, was damals als Beleidigung und Respektlosigkeit verstanden wurde. Und die Juden machten sich unter Bevölkerung auch nicht unbedingt beliebt damit. Aber die Römer hatten verstanden, daß die Juden eben etwas komisch waren und seit der Zerstörung ihres Tempels keine Gefahr mehr darstellten.

Die ersten Christen hielt man mit einem gewissen Recht auch für Juden und ließ sie daher unbehelligt. Erst mit der Zeit lernten die Römer, das es da einen Unterschied gab, und der bestand nicht im Monotheismus, sondern in der Gegenerschaft der Christen gegenüber der heidnischen Gesellschaft und dem Leben insgesamt, wie es die Antike kannte.

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BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 11:49 
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Ich meine, die Anzahl historisch nachgewiesener Märtyrer/Märtyrerinnen in der Frühzeit des Christentums liegt unter 500.
Gruß
Ullr

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BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 11:57 
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ullr hat geschrieben:
Ich meine, die Anzahl historisch nachgewiesener Märtyrer/Märtyrerinnen in der Frühzeit des Christentums liegt unter 500.

Die Gesamtzahl ist eigentlich unerheblich, die Römer gingen mit obskuren Kulten nicht gerade zimperlich um. Beim Bacchanalienskandal 186 v.Chr wurden allein 7000 Menschen hingerichtet. Die christlich gefärbte Geschichtsschreibung macht lediglich einen schweren Fehler in der Beurteilung der Motivation hinter der Verfolgung, die übrigens nie, selbst unter Diokletian nicht, so systematisch durchgeführt wurde wie die Heidenverfolgung 100 bis 1600 Jahre später. Christen wurden mitnichten wegen ihres Glaubens verfolgt, sondern wegen einer Mischung aus mangelnden Kooperationsbereitschaft Staat ausgedrückt durch die Weigerung, den staatlichen Riten beizuwohnen, einem Mißtrauen gegenüber dem, was im Geheimen bei den Kultfeiern geschehen mochte (Gerüchte über Kannibalismus), die die Römer vor dem Boom der Mysterienkulte zur Kaiserzeit auch anderen Kulten gegenüber hegten und der Rolle als Sündenbock, wie sie leider immer wieder Minderheiten zufällt. Mit dem falschen oder richtigen Glauben hatte das nichts zu tun.

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 Betreff des Beitrags: Re: Griechische Götterwelt (hier und heute)
BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 13:07 
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aeger hat geschrieben:
Aber qoud licet Jovi, not licet bovi ..nicht wahr Monsieur Kramer ?


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BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 13:47 
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GermanHeretic hat geschrieben:
ullr hat geschrieben:
Ich meine, die Anzahl historisch nachgewiesener Märtyrer/Märtyrerinnen in der Frühzeit des Christentums liegt unter 500.

Die Gesamtzahl ist eigentlich unerheblich, die Römer gingen mit obskuren Kulten nicht gerade zimperlich um. Beim Bacchanalienskandal 186 v.Chr wurden allein 7000 Menschen hingerichtet. Die christlich gefärbte Geschichtsschreibung macht lediglich einen schweren Fehler in der Beurteilung der Motivation hinter der Verfolgung, die übrigens nie, selbst unter Diokletian nicht, so systematisch durchgeführt wurde wie die Heidenverfolgung 100 bis 1600 Jahre später.

Wobei man bei der ganzen Geschichte nicht vergessen darf, der letzte legitime weströmisch Kaiser war der Neffe von Marcellinus, Julius Nepos in den Jahren 474/75, also kaum 150 Jahre nach Konstantin. Den Untergang dieses Reichsteils haben die Christen weder herbeigeführt noch verhindert, wohl haben sie aber den endgültigen Untergang der antiken Kultur und Tradition im Westen beschleunigt bzw. mutwillig herbeigeführt, z.B. durch Zerstörung von Bibliotheken und Schließung von Schulen. Hier nimmt die Ent-Alphabetisierung ihren Anfang.

Im Osten ist das Bild anders. Einerseits haben wir massive Verfolgungen der Heiden, aber auch ein sentimentale Anhänglichkeit der Byzantiner, die sich übrigens selbst Rhōmaîoi, Römer nannten, zur alten heidnischen Kultur. So haben dort auch die Werke antiker Schriftsteller überlebt, die im Westen ein Raub der Flammen wurden. Aber auch hier zeigte sich, daß der introvertierte Charakter des Christentums weder die Kraft des alten Roms besaß, noch mit dem aufkommenden Islam konkurrieren konnte. Es hielt zwar stand, aber nur unter beständigem Rückzug und von ständigen Glaubensstreitigkeiten begleitet, die zu immer neuen Schismen führten.

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BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 14:04 
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Marcellinus hat geschrieben:

Wobei man bei der ganzen Geschichte nicht vergessen darf, der letzte legitime weströmisch Kaiser war der Neffe von Marcellinus, Julius Nepos in den Jahren 474/75, also kaum 150 Jahre nach Konstantin.


Verwandtschaft von Dir? :roll2:

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BeitragVerfasst: 26 Feb 2010 15:02 
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Juana hat geschrieben:
Marcellinus hat geschrieben:
Wobei man bei der ganzen Geschichte nicht vergessen darf, der letzte legitime weströmisch Kaiser war der Neffe von Marcellinus, Julius Nepos in den Jahren 474/75, also kaum 150 Jahre nach Konstantin.

Verwandtschaft von Dir? :roll2:

Ich konnte mir diese Erwähnung nicht verkneifen. :laugh:

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BeitragVerfasst: 27 Feb 2010 12:00 
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aeger hat geschrieben:
Noii, da kollidiert nichts. Die Wissenschaft und das Christentum schließen sich nicht aus. Ein großer Denker des christlichen Fundamnets hat das hellenistische Erbe doch wunderbar rübergebracht und den Wissenschaften den Weg zur kritischen Vernunft gezeigt.

...drum prüfet alles und das Gute behaltet.....


Schon komisch, dass dieses Zitat nie ohne die vielen Pünktchen auskommt, die den realen Kontext der Aussage verschleiern und darin eine Vorwegnahme der wissenschaftlichen Methodik sehen wollen. Die Aussage bezieht sich allerdings nur auf prophetische Aussagen innerhalb der Gemeinde, die auf ihre Übereinstimmung mit dem "Guten" geprüft werden sollen, das hier nicht explizit definiert wird (was die Nutzung des Zitats für "kritische Vernunft" bereits wertlos macht), aber im Gesamtzusammenhang nur die grundlegenden Glaubenswahrheiten bzw. paulinischen Lehren meint. Mit kritischer Vernunft hat das rein gar nichts zu tun, sondern eher mit der Absicherung zentraler Aussagen gegen aus Weissagung stammenden Widersprüchen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Griechische Götterwelt (hier und heute)
BeitragVerfasst: 27 Feb 2010 17:57 
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Registriert: 14 Feb 2010 12:45
Beiträge: 109
ok, ok. Ich nehme die Pünktchen weg.

Prüfet alles und das Gute behaltet. So besser, mountain King?

Und was deine Meinung darüber angeht, habe ich gerade Kontakt mit Gustav Gründgens aufgenommen. Der meinte der Hamlet - Monolog mit dem berühmten Sein oder Nichtsein, dass ist hier die Frage wäre nicht auf sein Zwiegespräch mit einem Totenkopf begrenzt und Shakespeare hat den Worten auch ein Entwicklungpotential in die Neuzeit hinein zugetraut.

Wir haben da, wie in dem Paulus Zitat die Worte wohl verstanden und in die Neuzeit mitgenommen.

Deshalb hat der Paulus doch recht.. was wäre die kritische Vernunft ohne das Prüfen und die Fähigkeit das Gut zu extrahieren...gestern, heute , morgen....

Das (emp)finden viele schlaue Philosophen und Wissenschaftler heute auch so....., :))


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