Ach, Crocus. und warum wurde dann das Erstes Konzil von Nicäa (325) abgehalten? Das Christentum hatte von Anfang an mit dem Problem zu kämpfen, daß der eine Gott und die eine Wahrheit nicht zusammen passen wollten. Für einen Kaiserkult war das aber essenziell. Du unterschätzt einfach den Systemwechsel, den Konstantin vollzog, und den er vermutlich am Anfang auch unterschätzt hat. Er hat sich mit den Christen Bundesgenossen ins Boot geholt, die er nicht mehr los wurde. Es waren religiöse Extremisten, die die Antike so bis dahin nicht gekannt hatte.
Konstantin sah das Christentum nicht als destabilisierenden Faktor an, sondern als das genaue Gegenteil und daher auch als geeignete Staatsreligion. Im ersten Konzil hat er eine Entscheidung der Streitfragen des Christentums erzwungen, na und? Im zweiten Konzil musste er nicht mal mehr Durck machen, damit die erste Einigung bestätigt wurde. Das als interne Zerrissenheit das Christentums aufzublähen ist nicht seriös.
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Geschwindigkeit? Noch 250 Jahre nach Konstantin gab es trotz Verfolgung noch soviele Heiden, daß Justinian Kinder zwangstaufen lassen mußte.
Das Chr. verbreitete sich als einzelner Kult vergleichsweise schnell, bis eben eine gewisse Sättigung erreicht wurde. Es fand zunächst besonders aus jüdischen Gemeinden und eben den ärmeren Teilen der urbanen Bevölkerung Zulauf, das stößt irgendwann auf natürliche Grenzen. Viele aus den nicht-jüdischen oder ethnisch unauffälligen Mittelschichten dürften keine sonderliche Affinität dazu gehabt haben und eher ihre Familientraditionen in Ehren gehalten haben.
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Ganz einfach, weil diese Verfolgungen zum großen Teil erfunden sind.
Das ist eine Verzerrung zugunsten irgendwelcher Hintergedanken. Ich bin zwar ebenfalls Atheist, solche Märchen habe ich allerdings nicht nötig.
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Du muß dich schon entscheiden, ob du eine Unterschichtreligion postulieren willst, dann kannst du das mit dem Bildungsstand vergessen
Nein, ich sagte, dass es unter den Christen mehr Gebildete gegeben hat, bzw offensichtlich eine Bildungselite. Diese konnte aus der heidnischen oder (vor allem) jüdischen Mittelschicht ebenso stammen, wie aus Patrizierfamilien, das ändert nichts daran, dass das Christentum aus einem Verfolgtheitsbewußtsein und Benachteiligungsbewußtsein entstandanden ist. Genau genommen erklärt das sogar die spätere hysterische Aggressivität der frühen Christen.
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nicht das, oder du siehst die Dinge wie sie sind.
Ei, wie
sind sie denn?
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Unterschicht meinte doch Sklaven, oder? Kein Sklave hätte sich ohne die Erlaubnis seines Herren einer Sekte anschließen können.
Nein, nicht notwendigerweise, das dürfte allerdings auch einiges zur Verbreitung via "wie der Herr so's Gescherr" beigetragen haben.
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Die ersten Interessenten an der neuen Religion waren übrigens Leute, die sich auch für das Judentum interessierten, daß damals übrigens auch missionierte. Die Christen gewannen diese Leute, weil sie ihnen ein Judentum light anboten, eines ohne Beschneidung und die strengen mosaischen Gesetze.
Eben.
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Das ist nun wirklich putzig. Das Heidentum war Volksreligion seit Jahrtausenden. Von elitär keine Spur.
Nein, ich meinte natürlich speziell in dem eng gefassten Zeitrahmen um 300 n. Chr. Es gab aber auch im Heidentum stets ein selektives Verhalten der Armen und Ärmeren in Bezug auf ihre Götter. Kriegführende Aristokraten hatten wieder ihre eigene Götterklientel, wie zB Jupiter. Solche Tendenzen kann es in einem monotheistischen Sozialheulsusentum nicht gegeben haben.
Dein Avatar ist übrigens auch putzig, ist das Deine Katze?
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Die Götter der Heiden lebten solange, wie es Menschen gab, die sie verehrten. Konsequent sind heidnische Religionen auch nur ausgestorben, wenn ihre Völker verschwanden. Das änderte sich erst mit Christentum und Islam, die ersten und bisher einzigen Religionen, die andere Religionen beseitigt haben.
Ich denke, da lassen sich leicht Gegenbeispiele finden, aber das könntest Du auch selber und ich finde das jetzt nicht so wichtig. Z. B. wurde sowohl unter den Seleukiden, als auch unter den Römern versucht, das Judentum ideologisch auszulöschen.
Vor allen Dingen ist da das traditionelle Gefolgschaftswesen als integrativer Faktor für die Modernisierungen der germanischen Welt zu nennen....
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Du meinst, wie der Herr, so's Gescherr? Ja, da ist was dran.
Es ist etwas komplexer, aber für Dich reicht das erstmal so.
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Friedlich war um diese Zeit gar nichts. Siehe
hier, schon gar nicht der Streit zwischen Arianern und Trinitariern.
Die ersten Ansätze des Christentums im germanischsprachigen Raum waren friedlicher Natur und das blieb auch so bis in die frühere Karolingerzeit, auf mehr kommt es in diesem Zusammenhang nicht an. Die arianischen Goten oder Langobarden versuchten beispielweise nicht, Katholiken zu konvertieren (es wurde lediglich die Heirat verboten), die einzige mir bekannte Ausnahme sind die Vandalen in Nordafrika unter Geiseric.
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Mir geht es um Verständnis der historischen Zusammenhänge
Du biegst und drehst da schon etwas "korrigierend" herum, wenn Du mich fragst, das steht allerdings eher in keinem nennenswerten Verhältnis zur christlich motivierten Geschichtsklitterei.
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Ich habe mich lange gefragt, was eigentlich der Grund war, daß sich das Christentum im Römischen Reich durchgesetzt hat und nicht z.B. der Mithras-Kult, der zeitweilig weit mehr Anhänger hatte. Ausgangspunkt war sicherlich die Übernahme des Christentums als Kaiserkult.
Die Vorgeschichte des Christentums bis zur Übernahme als Staatsreligion ist mindestens ebenso wichtig. Nur dadurch ist ja zu erklären, wie es in so eine Position gelangte und da ist es eben wichtig, die sozialen Mechanismen zu berücksichtigen, die dort hin führten.
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Aber Kaiser vorher haben andere Kulte bevorzugt, ohne daß dieses weitergehende Auswirkungen gehabt hat
Ich denke, dass diese radikalen Veränderungen absolut im Sinne Konstantins waren, den ich für einen skrupellosen und größenwahnsinnigen Charakter halte, der im Grunde nur zur Schau religiös und von Anfang an nur auf eine Machtbasis aus war. Das das zum Teil Fanatiker waren, konnte ihm da nur recht sein.
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Dann habe ich irgendwann verstanden, daß das Christentum sich in einem Punkt von den anderen Religionen unterschied. Es war entschlossen, alle anderen Religionen zu beseitigen und dabei nahmen sie weder auf ihr eigenes Leben Rücksicht, noch auf das der anderen.
Das geht alles von christlichen Potentaten aus. Bis das es Staatsreligion wurde, gab es diese Auslöschungsbestrebungen nicht, lediglich eine strikte Weigerung den Kaiser anzubeten, genau wie bei den Juden.
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Auf die Idee war seit Echnaton niemand gekommen. Es ist diese Radikalität, der unbedingte Wille zur alleinigen Macht, im Diesseits wie im Jenseits, der das Christentum 'auszeichnete', sie erst gegen die anderen Religionen trieb, dann gegen die Abweichler in den eigenen Reihen.
Das halte ich wie gesagt für eine Entwicklung, die nur von Machthabern getragen werden konnte und die also erst seit Konstantin möglich ist. Ich weiche daher insofern ab, als dass ich das Christentum für die ultimative Moralkeule der Machthaber halte, die dem ihre eventuell psychopathischen Persönlichkeiten aufprägten und dadurch das Christentum auch in einer negativen Vorbildrolle beeinflussten.
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Und diese Grundidee findet sich in noch reinerer Form kurze Zeit später beim Islam. Und dieser Konflikt zwischen den beiden so ähnlichen und vielleicht deshalb antagonistischen Religionen beglückt die Welt ja bis heute.
So in etwa, ja.