Domingo, muttu weiter lesen:
Zitat:
Erst mit der Wiederentdeckung des antiken, heidnisch-griechischen Geistes entwickelte sich die heutige, von Humanismus und Aufklärung geschaffene Auffassung über die Freiheit und Würde des Menschen, auf der das moderne Europa beruht, in dem Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Pluralismus und individuelle Freiheit und Selbstbestimmung die tragenden Werte sind. Sie wurden über Jahrhunderte gegen den Widerstand der christlichen Kirchen erkämpft, die sie – völlig zu Recht – als heidnisch betrachteten: Es sind die Werte des antiken, hellenischen Heidentums.
was ich nach wie vor für definitiv falsch halte. Gleichberechtigung, gleiches Recht für alle Menschen, Individualismus sind nicht typisch heidnisch. Typisch heidnisch ist der Bezug auf Familiengötter bzw Stammesgötter; nicht Selbstbestimmung, sondern das Erfüllen eines Schicksals, wie zB bei Ödipus; nicht individuelle Freiheit, sondern in erster Linie die Verpflichtungen der sozialen Rolle, die man ausfüllt, in welcher Funktion auch immer. Als Mitglied einer Familie, als Mitglied einer Stadt, als Mitglied eines Handwerks und einer Zunft, als reicher oder armer Mensch, als Mann oder Frau, als Freier oder Sklave.
Die athenische Demokratie ist wohl eine Vorform der heutigen Demokratien, aber eben nur das; abstrakte Rechtsstaatlichkeit anstelle von konkretem Recht-Sprechen im Einzelfall wird erst dann notwendig, wenn nicht die Gemeinschaft auf einem Platz sich versammeln kann; individuelle Freiheit der Antike war die Freiheit des Reichtums, und die gabs immer und überall. Die armen Menschen, die Normalos, die sind heute freier und haben mehr Möglichkeiten als wohl je zuvor.
All dies waren weder die Werte des antiken Griechenland, noch wurden sie dort umgesetzt - was ja sehr wohl insinuiert wird.
grüsse, barbara