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Ist es wirklich die fehlende Spiritualität, die den Kirchen die Leute davonlaufen lässt?
in meiner religiösen Heimat und Wurzel, dem Katholischen, fehlt es mir tatsächlich an Spiritualität. So das seltsame Gefühl, wenn ich in einer Messe sitze (und ich mag das Ritual sehr gerne) und merke: der da vorn, was tut der eigentlich? da referiert zum Beispiel so ein Bischof zum Thema "Freude", und das mit einer solchen Grabesstimme, dass ich fast eine Depression bekomme.
Oder, bei einer Beerdigung, spricht der Prediger über Leben nach dem Tod, und das auf eine Weise, dass man ihm ansieht: der hat den totalen Hosenschiss, der fürchtet sich vor dem Sterben - nu ja, er muss ja wohl bald auch, der ist bestimmt schon über achtzig.
Solche Leute sind möglicherweise geeignet, ein Ritual abzuhalten, quasi als Funktionäre, aber als spirituelle Führer kann ich sie nicht ernst nehmen. Die wissen ja noch weniger als ich.
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Im Lauf der Kirchengeschichte hat sich immer wieder einmal gezeigt, dass Leute, die als Abweichler oder gar Häretiker bezeichnet wurden, später ganz entscheidend den Mainstream der Kirche mitgeprägt haben. Kann es sein, dass dies auch heute noch möglich ist?
auf alle Fälle. Ich würde mich sehr freuen, wenn die RKK eine Renaissance erleben würde - mit der Ordination von Frauen und der Aufhebung des Pflichtzölibats.
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Wie müsste Kirche sein, dass sie glaubwürdig wird, dass man sich gern zu ihr bekennt.
Für mich müsste klarer sichtbar und fühlbar werden, dass die Würdenträger der Kirche (und die Würdenträgerinnen der Zukunft) eine klare persönliche Spiritualität haben, dass sie bodenständig sind, und auch, dass die Formeln, die sie sprechen, für sie auch Inhalt und Bedeutung haben. Was nicht dasselbe ist wie die Technik salbungsvollen Vortragens, was ja viele Katholen gut beherrschen.
Es muss echt sein.
grüsse, barbara