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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 13:00 
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GermanHeretic hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Die Römer haben mit der Übernahme des Christentums die bessere Wahl getroffen.

Ja, um absolutistisch regieren zu können. Das geht nämlich in einer klaren Hierarchie mit einem Führer ganz oben weit besser als mit einem Pantheon voll zänkischer Götter, heute würde man Parlament dazu sagen, an der Spitze. Keine Gewaltenteilung, klare Befehlskette, simple Einteilung in gut und böse - was begehrt das Potentatenherz denn mehr?

Und nicht zu vergessen die christlichen Gemeinden, die straff organisiert waren und Gehorsam gegenüber ihrem Bischof gewöhnt, ähnlich den heutigen Zeugen Jehovas.

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"Die gewöhnlichste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt; das Belügen anderer ist relativ der Ausnahmefall."
Friedrich Nietzsche


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 14:26 
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Marcellinus hat geschrieben:
GermanHeretic hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Die Römer haben mit der Übernahme des Christentums die bessere Wahl getroffen.

Ja, um absolutistisch regieren zu können. Das geht nämlich in einer klaren Hierarchie mit einem Führer ganz oben weit besser als mit einem Pantheon voll zänkischer Götter, heute würde man Parlament dazu sagen, an der Spitze. Keine Gewaltenteilung, klare Befehlskette, simple Einteilung in gut und böse - was begehrt das Potentatenherz denn mehr?

Und nicht zu vergessen die christlichen Gemeinden, die straff organisiert waren und Gehorsam gegenüber ihrem Bischof gewöhnt, ähnlich den heutigen Zeugen Jehovas.

Das war vielleicht ein Preis der Inkulturation. Was war von den Bürokraten aus der Verwaltungsmetropole Rom anderes zu erwarten als Verwaltung? Aber die katholische Einheit in Vielfalt ging nie verloren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 14:49 
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overkott hat geschrieben:
Das war vielleicht ein Preis der Inkulturation. Was war von den Bürokraten aus der Verwaltungsmetropole Rom anderes zu erwarten als Verwaltung? Aber die katholische Einheit in Vielfalt ging nie verloren.

Du bist im Irrtum. Es war nicht eine Sache der Metropole. Und es war eine Eigenschaft der christlichen Gemeinden seit ihrer Gründung und ihrer Sehnsucht nach der einen Wahrheit geschuldet. Schon im 1. u. 2. Jh. fanden erbitterte Kämpfe um diese Wahrheit statt, mit wüsten Beschimpfungen für die jeweils anderen und bis hin zu Exkommunikationen. Lange Zeit war die jeweils höchste Autorität der örtliche Bischof, bis im Westen der Bischof von Rom diese Macht monopolisierte. Und ja, die Vielfalt ging verloren. Es war die unheilvolle Verbindung von jüdischem Monotheismus und griechischer Philosophie, ein Gott und eine Wahrheit. Seit dem ist die christliche Geschichte eine von Kampf um Orthodoxie, Häresie und Schisma. Von Anfang an wurden die jeweils anderen zu Ketzern erklärt und entweder unterdrückt oder, wenn sie zu zahlreich waren, ausgeschlossen: Die Arianer, die Monophysiten, das große Schisma, die Abspaltung der Ostkirchen, usw.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 15:26 
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Marcellinus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Das war vielleicht ein Preis der Inkulturation. Was war von den Bürokraten aus der Verwaltungsmetropole Rom anderes zu erwarten als Verwaltung? Aber die katholische Einheit in Vielfalt ging nie verloren.

Du bist im Irrtum. Es war nicht eine Sache der Metropole. Und es war eine Eigenschaft der christlichen Gemeinden seit ihrer Gründung und ihrer Sehnsucht nach der einen Wahrheit geschuldet. Schon im 1. u. 2. Jh. fanden erbitterte Kämpfe um diese Wahrheit statt, mit wüsten Beschimpfungen für die jeweils anderen und bis hin zu Exkommunikationen. Lange Zeit war die jeweils höchste Autorität der örtliche Bischof, bis im Westen der Bischof von Rom diese Macht monopolisierte. Und ja, die Vielfalt ging verloren. Es war die unheilvolle Verbindung von jüdischem Monotheismus und griechischer Philosophie, ein Gott und eine Wahrheit. Seit dem ist die christliche Geschichte eine von Kampf um Orthodoxie, Häresie und Schisma. Von Anfang an wurden die jeweils anderen zu Ketzern erklärt und entweder unterdrückt oder, wenn sie zu zahlreich waren, ausgeschlossen: Die Arianer, die Monophysiten, das große Schisma, die Abspaltung der Ostkirchen, usw.

Vielleicht habe ich doch recht. Gerade als Schüler Jesu will ich da gar nicht so drauf pochen. Genauso wie Bonaventura immer ganz klar zur Mäßigung geraten hat. Jesus, aber auch Bonaventura, beide haben auch viel Debatten in ihren Foren gehabt. Da gab's Gerangel um die Ränge, wer denn neben dem Vater und wer neben Jesus sitzen darf. Jesus fand das Kinderkram. Und er hat selber immer wieder - wie ein guter Hirte und Psychologe - zur Mitte gerufen und mediatisiert: Wer der Größte sein will, soll Diener aller sein. Und er hat Petrus die Füße gewaschen, den Päpsten zum Vorbild. Aber die waren nicht immer Heilige. Hatte Jesus nicht auch Judas zum Apostel gemacht? Hätte ihn gerettet, wenn er Judas verraten hätte statt umgekehrt? Natürlich nicht. Dann wäre er ja zum Verräter geworden. Jesus aber steht als Gottes Sohn für Frieden in Freiheit, für Brüderlichkeit, für versöhnte Verschiedenheit. Seine Gotteslehre ist Völkerverständigung und Menschwerdung (Humanisierung). Sein Tod am Kreuz war daher ehrenvoll. Tatsächlich war er ein unschuldiges Opfer. Aber sein Grab ist leer. Sein Geist lebt für immer. Sein Kreuz gehört in jede Schule, die sich zu seinen Werten bekennt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 16:05 
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Nach solchen Antworten könnte man zum Atheisten werden, wenn man es nicht schon wäre. :bloemer:

P.S.: Natürlich hast du nicht recht, aber das könntest du eigentlich wissen, obwohl - vielleicht auch nicht. Hat man auf den Schulen, auf denen du warst, vermutlich nicht erzählt. Du weiß schon, die mit den Kreuzen an der Wand.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 16:27 
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Wieso sollte ich immer recht haben wollen? Mir genügt schon, die Bibel für mich verstanden zu haben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 16:39 
overkott hat geschrieben:
Mir genügt schon, die Bibel für mich verstanden zu haben.

Vielleicht nagelst du dir den Spruch mal über die Tür.



mfg


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 17:01 
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matzdan hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Mir genügt schon, die Bibel für mich verstanden zu haben.

Vielleicht nagelst du dir den Spruch mal über die Tür.



mfg

Ich werd's jedenfalls nicht an jede Häuserwand sprühen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 04 Feb 2010 18:11 
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overkott hat geschrieben:
matzdan hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Mir genügt schon, die Bibel für mich verstanden zu haben.

Vielleicht nagelst du dir den Spruch mal über die Tür.

Ich werd's jedenfalls nicht an jede Häuserwand sprühen.

Wie klug von dir! :laugh:

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 07 Mär 2010 17:43 
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Um zum Threadthema zurück zu kommen: Nein, Jesus wird offensichtlich von seinem Bodenpersonal überhaupt nicht ernst genommen. Oder wie sonst ließe sich deren Versagen erklären, wenn man einerseits den hohen moralischen Anspruch an sich und an alle anderen Menschen und andererseits die schmutzige Realität mit den widerwärtigen Vergehen an Kindern ansieht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 25 Mai 2010 10:38 
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Natürlich sollte Jesus ernster genommen werden. Gottes Gebot war von Anfang an richtig. Von der Nächstenliebe her ist alles weitere zu verstehen. Selbst das dritte Gebot ist dem zweiten Gebot untergeordnet. In der konkreten Konfliktsituation gilt das höhere Gebot der Nächstenliebe. Die Entscheidung muss aus reinem Herzen getroffen werden. Deshalb stellt Jesus ein Kind als Vorbild in die Mitte und warnt vor Verführung zum Bösen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 25 Mai 2010 10:41 
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overkott hat geschrieben:
Natürlich sollte Jesus ernster genommen werden. ...

He, wo bist du so lange gewesen? :bgrin:

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 25 Mai 2010 10:52 
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Marcellinus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Natürlich sollte Jesus ernster genommen werden. ...

He, wo bist du so lange gewesen? :bgrin:

:bgrin:


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 25 Mai 2010 11:29 
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Ich schliesse mich Marcellinus an.
Schön dass du wieder da bist, overkott!

Aber damit du auch gleich was zum nachdenken hast, kommen wir zum Thema!

Gestern Abend lief auf NTV eine Geschichtsdoku zur Bibel der mich noch nachdenklicher macht über diese ganze christliche Theologie.
Offenbar ist es nicht nur nicht gelungen Noahs Arche zu finden; es ist auch (trotz intensiver Bemühungen vieler Wissenschaftler) nicht gelungen, den Beg Sinai zu lokalisieren, wo Moses angeblich die 10 Gebote empfing. Wenn nicht mal der Gipfel eines so wichtigen biblischen Berges gefunden werden kann, ist die Frage naheliegend, was denn noch an der Bibel alles frei erfunden ist...
Der Auszug aus Ägypten? Moses? Die Könige? Hiob? Samson? Jesus von Nazareth?
Alles nur Legenden die ein Nomadenvolk von Ziegenhirten sich abends am Lagerfeuer erzählte?

Gab es denn überhaupt einen Mann Namens Moses? Gab es einen Jesus von Nazareth? Welche Beweise haben wir dass diese Menschen nicht nur frei erfundene Gestalten sind?

Und wenn die Bibel nur eine weitere Mythologie ist, wie lächerlich muss uns dann die Religion erscheinen?
Was ist dann der Sinn der Riten und Rituale der Feste, Bauten und Gewänder die die abrahmisitischen Religionen prägen, außer einer Selbstbweihräucherung ihrer Oberhäupter und Vertreter, den Rabbis, Priestern und Mullahs?

_________________
Science will fly you to the moon...
Religion will fly you into a building.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 25 Mai 2010 11:58 
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@ Anaxagoras :bgrin:

Wie hat Jesus die Bibel verstanden? Etwa die Schöpfungsgeschichte (Mk 10,6)? Offenbar ging es ihm um die Moral von der Geschicht'. Wie ist er mit der Geschichte vom Propheten Jona umgegangen? Offenbar war sie für ihn ein Sinnbild. Wie hat Jesus selbst gelehrt? Offenbar in Geschichten, Spruchweisheiten und Zeichenhandlungen. Jesus jedenfalls kam es auf die Bedeutung von Geschichte und Geschichten für die Gegenwart an. Ihm ging es um ein gutes Leben, eine gute Ethik, einen guten Namen. Von daher war für ihn die Debatte um das Gesetz und den Geist der Gemeinde wichtiger als sinnlose Fakten.


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