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 Betreff des Beitrags: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 12:52 
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Wer Darstellungen zum Thema Sohn Gottes liest, hat den Eindruck, dass der Verehrte gar nicht erst gefragt wird. In der Bergpredigt sagt Jesus jedenfalls: Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Ähnliches gilt offenbar auch für die Theodizeefrage. In entsprechenden Darstellungen sind häufig viele verschiedene Ideen zusammengetragen. Aber auch bei der Darstellung von christlicher Seite wird offenbar Jesus Christus übergangen.

Vielleicht ist dies ein Sprach- und Übersetzungsproblem. Wer das Theodizeeproblem als Frage nach der Ursache für das Übel in der Welt versteht, sucht vielleicht nicht unter dem Begriff Böse, obwohl damit das Gleiche gemeint ist.

Jesus sagt in der Einheitsübersetzung: Mk 7,23 All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein. In der lateinischen Bibel des hl. Hieronymus: Mc 7:23 omnia haec mala ab intus procedunt et communicant hominem - All diese Übel kommen von innen und teilen den Menschen mit. Jesus geht es an dieser Stelle um böse Gedanken. Er meint: Nicht objektive Dinge machen den Menschen unrein, sondern subjektive, nicht leibliche, sondern geistige.

Auch Werden und Vergehen, Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod ist nicht schlecht an sich, also im Prinzip nicht schlecht, sondern wird als gut und schlecht verstanden.

Wer daraufhin die Schöpfungsgeschichte liest mit dem Baum der Einsicht und Erkenntnis, versteht, dass körperlich der Tod mit der Geburt in die Welt kommt, geistig kommt er mit der Einsicht und Erkenntnis. Indem Adam, der Mensch, lernt zwischen gut und böse zu unterscheiden, bewertet er Dinge als gut oder böse. Was im Hinblick auf die Theodizeefrage als Übel bewertet wird, ist eine Frage der subjektiven Bewertung, der eigenen Theologie und Philosophie.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 13:20 
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overkott hat geschrieben:
Vielleicht ist dies ein Sprach- und Übersetzungsproblem. Wer das Theodizeeproblem als Frage nach der Ursache für das Übel in der Welt versteht, sucht vielleicht nicht unter dem Begriff Böse, obwohl damit das Gleiche gemeint ist.


Falsch. Wenn vom Übel die Rede ist, ist auch das Übel gemeint, nicht das Böse. Es gibt viele Ursachen für unnötiges und unerträgliches Leid, für die kein Mensch verantwortlich ist. Naturkatastrophen, Krankheiten, Verletzungen durch Raubtiere usw.

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Nein, ich würde niemals für meine Überzeugungen sterben, aber ich bin jederzeit bereit, für sie zu flöten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 13:54 
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Hallo Overkott,
Zitat:
Wer daraufhin die Schöpfungsgeschichte liest

Dein "Daraufhin" soll wohl anweisen, das NT vor dem AT zu lesen. Aber das ist ganz unwichtig.
Irgendwo im AT steht " und ER sah, dass es gut war" oder so ähnlich. Diese Welt hat Gott in seiner Allwissenheit geschaffen. Er ist der laplacesche Dämon. Die gesamte christiche Ideologie baut sich auf den Eigenschaften Gottes "allmächtig" und "alllieb" auf. Daraus resultiert das Paradoxon Theodizee. Und das passiert nur bei dem Eingottglauben, der so weit über den alten Naturgöttern stehen soll. Die Menschen, die die Naturgötter schufen, um über die Natur, in der sie lebten, die sie ernährte und gleichzeitig gefährdete, reden zu können, waren klüger als die Protagonisten des Eingottglaubens. Sie wußten, die Welt in der sie leben, ist komplex.
Gruß
Ullr

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"Glückliche Augenblicke hüpfen vorüber wie fröhliche Kinder"
Und ich schwör's, ich werde alles tun, dass Lea auf dieser unserer Welt einen Heidenspass haben wird.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 15:39 
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ullr hat geschrieben:
Dein "Daraufhin" soll wohl anweisen, das NT vor dem AT zu lesen.

Lisa Simpson: "Steht in der Bibel nicht, richte nicht, auf daß du nicht gerichtet werdest?"
Reverend Lovejoy: "Das muß irgendwo hinten stehen."

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"Wer dafür ist, die Demokratie endgültig abzuschaffen, hebt die Hand." (Moe Szyslak)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 15:46 
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overkott hat geschrieben:
Auch Werden und Vergehen, Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod ist nicht schlecht an sich, also im Prinzip nicht schlecht, sondern wird als gut und schlecht verstanden.

Diese Nummer hat in diesem Forum schon Barbara gebracht, fanden wir nicht gut. Allerdings denke ich, dass du diesen Beitrag identisch in vielen Foren posten dürftest, so dass du auf solche lokalen Besonderheiten nicht Rücksicht nehmen kannst.

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"One of the greatest tragedies in life is the murder of a beautiful theory by a gang of brutal facts." Benjamin Franklin


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 15:47 
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Stefan Kramer hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Vielleicht ist dies ein Sprach- und Übersetzungsproblem. Wer das Theodizeeproblem als Frage nach der Ursache für das Übel in der Welt versteht, sucht vielleicht nicht unter dem Begriff Böse, obwohl damit das Gleiche gemeint ist.


Falsch. Wenn vom Übel die Rede ist, ist auch das Übel gemeint, nicht das Böse. Es gibt viele Ursachen für unnötiges und unerträgliches Leid, für die kein Mensch verantwortlich ist. Naturkatastrophen, Krankheiten, Verletzungen durch Raubtiere usw.

Du denkst etwas zu dichtomisch. Wer definiert denn, was eine Naturkatastrophe, eine Krankheit, eine Verletzung ist? Ich meine, subjektiv und intersubjektiv.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 15:51 
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overkott hat geschrieben:
Wer definiert denn, was eine Naturkatastrophe, eine Krankheit, eine Verletzung ist? Ich meine, subjektiv und intersubjektiv.


Das sind Worte aus der Umgangssprache. Was willst Du da gross definieren?
Leute gibt es... :nono:

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Nein, ich würde niemals für meine Überzeugungen sterben, aber ich bin jederzeit bereit, für sie zu flöten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 15:53 
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ullr hat geschrieben:
Hallo Overkott,
Zitat:
Wer daraufhin die Schöpfungsgeschichte liest

Dein "Daraufhin" soll wohl anweisen, das NT vor dem AT zu lesen. Aber das ist ganz unwichtig.
Irgendwo im AT steht " und ER sah, dass es gut war" oder so ähnlich. Diese Welt hat Gott in seiner Allwissenheit geschaffen. Er ist der laplacesche Dämon. Die gesamte christiche Ideologie baut sich auf den Eigenschaften Gottes "allmächtig" und "alllieb" auf. Daraus resultiert das Paradoxon Theodizee. Und das passiert nur bei dem Eingottglauben, der so weit über den alten Naturgöttern stehen soll. Die Menschen, die die Naturgötter schufen, um über die Natur, in der sie lebten, die sie ernährte und gleichzeitig gefährdete, reden zu können, waren klüger als die Protagonisten des Eingottglaubens. Sie wußten, die Welt in der sie leben, ist komplex.
Gruß
Ullr

Wer oder was hat das All gemacht? Der Allmächtige oder die Allmacht. Ist der Allmächtige auch allwissend und allliebend?

Liebst du alles? Wenn nicht, hat du ein Theodizeeproblem.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 15:55 
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Du schwafelst, Overkott.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 16:02 
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overkott hat geschrieben:
Liebst du alles? Wenn nicht, hat du ein Theodizeeproblem.

Wenn Du mich fragst, ich habe kein Theodizeeproblem.
Für mich ist es völlig normal, dass Böses auf der Welt existiert, dass wir unsere Feinde bekämpfen und auch meisens nur an uns selber denken.

Ein Theodizeeproblem haben nur Gläubige, weil damit ihr Gottesbild eines allgütigen, barmherzigen persölichen Aufsehers zerstört wird.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 16:15 
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Assarhaddon hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Auch Werden und Vergehen, Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod ist nicht schlecht an sich, also im Prinzip nicht schlecht, sondern wird als gut und schlecht verstanden.

Diese Nummer hat in diesem Forum schon Barbara gebracht, fanden wir nicht gut. Allerdings denke ich, dass du diesen Beitrag identisch in vielen Foren posten dürftest, so dass du auf solche lokalen Besonderheiten nicht Rücksicht nehmen kannst.

Wir schon. Daran siehst du, dass es mindestens zwei Gruppen gibt. Die eine Gruppe glaubt an objektive Werte (etwa im Stein), die zweite Gruppe, zu der Jesus, Barbara und ich gehören, betont seit jeher die Subjektivität der Bewertung. Jesus erscheint damit auch heute erstaunlich aktuell. Dass der Franziskaner Petrus Johannes Olivi im Mittelalter "als erster" eine entsprechende Wertlehre entwickelte, dürfte daher nicht überraschen. Nicht nur in der sozialen Marktwirtschaft, auch in der parlamentarischen Demokratie spielt der Gedanke der Subjektivität von Bewertungen eine hervorragende Rolle.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 16:38 
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overkott hat geschrieben:
Wir schon. Daran siehst du, dass es mindestens zwei Gruppen gibt. Die eine Gruppe glaubt an objektive Werte (etwa im Stein), die zweite Gruppe, zu der Jesus, Barbara und ich gehören, betont seit jeher die Subjektivität der Bewertung. Jesus erscheint damit auch heute erstaunlich aktuell. Dass der Franziskaner Petrus Johannes Olivi im Mittelalter "als erster" eine entsprechende Wertlehre entwickelte, dürfte daher nicht überraschen. Nicht nur in der sozialen Marktwirtschaft, auch in der parlamentarischen Demokratie spielt der Gedanke der Subjektivität von Bewertungen eine hervorragende Rolle.

Oh, er nun wieder! Noch einmal und nur für die Akten:
Die christlichen Kirchen haben versucht, alle Werte der Menschen zu zerstören, die ihnen bei ihrer Herrschaft im Wege waren. Und sie tun es noch heute, wenn Ratzinger sagt, man dürfe sich nicht in "bloßen Humanismus" erschöpfen.

Freier Handel, Abschaffung der Ständegesellschaft und ein republikanische Gesellschaft mußte und muß bis heute gegen die Kleriker aller Religionen erkämpft werden.

Subjektivität ist der Rückzugsort derjenigen, die ihren Wahrheitsanspruch verloren haben. Da bist du weiter als dein Papst, der immer noch glaubt, seine katholische Wahrheit gegen den Relativismus verteidigen zu können.

Tho' much is taken, much abides; and tho'
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are,--
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

Tennyson, Ulysses

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"Die gewöhnlichste Lüge ist die, mit der man sich selbst belügt; das Belügen anderer ist relativ der Ausnahmefall."
Friedrich Nietzsche


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 18:43 
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Marcellinus hat geschrieben:
Die christlichen Kirchen haben versucht, alle Werte der Menschen zu zerstören, die ihnen bei ihrer Herrschaft im Wege waren. Und sie tun es noch heute, wenn Ratzinger sagt, man dürfe sich nicht in "bloßen Humanismus" erschöpfen.


Ich kann durchaus nachvollziehen und gutheissen (in diesem einen konkreten Fall - sonst nicht überall) was Ratzinger meint. Wo es an einem Bezugspunkt fehlt, kann Verwirrung und Orientierungslosigkeit entstehen, und tatsächlich ist das ein häufiges Phänomen unserer Gesellschaft.

Nicht übereinstimmen tue ich mit Ratzinger, was die Lösungen betrifft: er möchte zurück zu einer alten Zeit, die so gut vermutlich nicht war; ich bin der Meinung, es braucht neue Lösungen, und zwar solche, die von selbständig denkenden und handelnden Menschen entwickelt werden.

Zitat:
Freier Handel, Abschaffung der Ständegesellschaft und ein republikanische Gesellschaft mußte und muß bis heute gegen die Kleriker aller Religionen erkämpft werden.


Nach der Wirtschaftskrise kann ich nicht behaupten, dass freier Handel und republikanische Gesellschaft unbedingt erstrebenswert wäre. Und es ist duchaus wahr, dass mehr Freiheit und mehr Optionen auch bedeutet, mehr Möglichkeiten zu schaffen, unglücklich zu sein.

grüsse, barbara


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 19:13 
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Marcellinus hat geschrieben:
overkott hat geschrieben:
Wir schon. Daran siehst du, dass es mindestens zwei Gruppen gibt. Die eine Gruppe glaubt an objektive Werte (etwa im Stein), die zweite Gruppe, zu der Jesus, Barbara und ich gehören, betont seit jeher die Subjektivität der Bewertung. Jesus erscheint damit auch heute erstaunlich aktuell. Dass der Franziskaner Petrus Johannes Olivi im Mittelalter "als erster" eine entsprechende Wertlehre entwickelte, dürfte daher nicht überraschen. Nicht nur in der sozialen Marktwirtschaft, auch in der parlamentarischen Demokratie spielt der Gedanke der Subjektivität von Bewertungen eine hervorragende Rolle.

Oh, er nun wieder! Noch einmal und nur für die Akten:
Die christlichen Kirchen haben versucht, alle Werte der Menschen zu zerstören, die ihnen bei ihrer Herrschaft im Wege waren. Und sie tun es noch heute, wenn Ratzinger sagt, man dürfe sich nicht in "bloßen Humanismus" erschöpfen.

Freier Handel, Abschaffung der Ständegesellschaft und ein republikanische Gesellschaft mußte und muß bis heute gegen die Kleriker aller Religionen erkämpft werden.

Subjektivität ist der Rückzugsort derjenigen, die ihren Wahrheitsanspruch verloren haben. Da bist du weiter als dein Papst, der immer noch glaubt, seine katholische Wahrheit gegen den Relativismus verteidigen zu können.

Tho' much is taken, much abides; and tho'
We are not now that strength which in old days
Moved earth and heaven, that which we are, we are,--
One equal temper of heroic hearts,
Made weak by time and fate, but strong in will
To strive, to seek, to find, and not to yield.

Tennyson, Ulysses

Es gibt heute in der Tat noch Menschen mit Feindbildern, marcellinus.

Und auch in der Kirche gibt es vermeintliche Freunde Jesu, denen die Nächstenliebe lästig fällt, wenn es um die Liebe zu Andersgläubigen geht. Aber ich glaube, dass der Papst es mit der Gottes- und Nächstenliebe ernst meint.

Es gibt einfache Gläubige, schlichte Gemüter, die alles mögliche wörtlich nehmen, aber auch Andersgläubigen helfen, wenn sie in Not sind. Und es gibt Theologen, die nicht einfach nur den Glauben der Kirche politisch instrumentalisieren, sondern die Bibel mit Jesus, Paulus, Johannes und allen Kirchenlehrern wie Bonaventura eher geistig verstehen. Wer den weltlichen Weisheiten auf den Grund geschaut hat, der weiß aus der himmlischen Perspektive der Theologie, dass alles relativ ist.

Ich denke zwar, dass der Papst konservativer ist als ich, aber ich denke auch, dass du vom Papst zu wenig gelesen hast, um ihn richtig darzustellen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wird Jesus als Theologe ernst genug genommen?
BeitragVerfasst: 11 Jan 2010 19:21 
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overkott hat geschrieben:
Ich denke zwar, dass der Papst konservativer ist als ich, aber ich denke auch, dass du vom Papst zu wenig gelesen hast, um ihn richtig darzustellen.


Hallo overkott

ich habe vom Papst ein paar Predigten gelesen, die er rund um die Zeit während seiner Wahl gehalten hatte.

Vieles gefiel mir gut, nur eins gefiel mir gar nicht: der Fokus auf das Leid. Er redete ständig vom Kreuz, vom Tod, von Schmerz, von solchen Dingen. Dabei ist doch Jesus jener, die von Freude und Erlösung und Befreiung gesprochen hatte. Hier nimmt der Papst Jesus tatsächlich nicht ernst. Und das bedaure ich sehr.

grüsse, barara


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